1. Akt
ca. 35 bis 40 Minuten
Dieser Akt ist der längere der beiden. Er muss die Geschichte aufbauen und enthält extrem viele Aktionen:
- Die Dialoge und Running-Gags (Noah, Tessa) brauchen Zeit, um sich beim Publikum zu setzen.
- Zwei große Musiknummern (The Entertainer und Addams Family) werden voll ausgespielt.
- Interaktive Kunststücke wie der Umschlag-Trick (mit Publikumsbeteiligung) und das Magische Quadrat (Zahlen abfragen und rechnen) dauern erfahrungsgemäß immer ein paar Minuten länger, als man auf dem Papier denkt.
Die magische Uhrmacherwerkstatt
Ein Theaterstück mit Magie, Musik und dem perfekten Takt
Produktion & Regie: Gottfried Kern
Skript-Entwicklung: Gottfried Kern in Zusammenarbeit mit KI
Logik-Update: Entschlüsselung (ABC) -> Arbeitstakt -> Multipip -> Frequenz.
Die Rollenverteilung: Werkstatt-Team
Die Leitung & Experten
- Monique: Die Archivarin (Regie auf der Bühne). Agiert dezent im Hintergrund, gibt Einsätze und lenkt den Fokus.
- Jonas (21): Meister der Zeit. Sehr ruhige Gesten, wenig Text, strahlt große Weisheit aus.
- Florian (12): Der Professor. Koordiniert die Werkbank. Mnemotechnik-Genie: schreibt das ABC blitzschnell rückwärts und berechnet das Quadrat. Spielt Geige.
Die Senior-Lehrlinge
- Felix (13): Seriöser, erfahrener Lehrling. Übernimmt die Koffer-Illusion (Akt 1) und später Seiltrick/Uhr.
- Luca (25): Herzensguter Senior-Zauberer. Unterstützt Felix bei der Koffer-Illusion.
Die Rollenverteilung: Lehrlinge & Musik
Die aktiven Lehrlinge
- Tessa (8): Bringt enorme Energie auf die Bühne, eröffnet das Stück und leitet stets das Katastrophen-Ritual ein.
- Philipp (10): Geht mit den Umschlägen ins Publikum und assistiert Joel beim Multipip.
- Max (11): Der Beobachter. Behält den Überblick, kritisiert Philipps Multipip-Karte trocken.
- Lars (12): Fokussierter Handwerker (Einsatz im 2. Akt).
Dramatik & Rhythmus
- Joel (12): Inspektor für Dramatik. Running-Gag: Spielt die 4 Töne der Addams Family auf der Geige. Zeigt Multipip und EXIT-Trick.
- Mika (12): Am Schlagzeug. Assistiert Florian bei der Publikums-Befragung zur Zahl 34.
- Ogim: Ein guter Freund. Spielt das Saxophon im Eröffnungs-Intro.
Die Rollenverteilung: Die Elfen-Delegation
Die Retter vom Nordpol
Erscheinen gemeinsam durch das magische Koffer-Portal:
- Arthur (10): Energischer Elf. Will sofort anpacken und zeigt ein schnelles Kunststück an der Werkbank.
- Emil (9): Fleißiger neuer Elf. Assistiert Arthur flink.
- Tilo (14): Verlässlicher, ruhiger Elf. Unterstützt die Gruppe als perfekter Assistent.
Portalwache
- Noah (11): Wächter des Portals. Hat keine Lust auf Uhren, liebt aber Karten. Sein Running-Gag mit steinerner Miene: „Zieh mal eine Karte!“
- Janosch (6): Der jüngste Helfer. Sitzt zunächst bei Noah am Koffer.
Das Intro: Hot Lunch Jam
[Das Publikum setzt sich. Das Licht im Saal geht komplett aus. Spannung baut sich auf.]
Die Musik startet nacheinander mit den Instrumenten:
1. Mika beginnt mit einem klaren Rhythmus am Schlagzeug.
2. Joel steigt am Klavier ein.
3. Ogim übernimmt mit dem Saxophon.
4. Florian vollendet das Intro an der Geige.
(Maximal 1:04 Minuten)
[Die Musik endet. Spot auf Gottfried Kern in der Bühnenmitte.]
Gottfried Kern:
„Herzlich willkommen in unserer magischen Werkstatt! […]“
[Gottfried spricht ein paar kurze Worte zum Abend und räumt dann die Bühne.]
Der Übergang in die Werkstatt
[Das Licht geht komplett aus. Totenstille im Saal.]
[Plötzlich: Ein lautes, stetiges TICKEN beginnt. Erst leise, dann füllt es den ganzen Raum aus.]
[Ein einzelner Spot erfasst Monique, die seitlich im Halbschatten der Bühne steht.]
Monique (Geheimnisvoll und getragen):
„Jede Sekunde auf dieser Welt ist kostbar. Sie fließen dahin wie ein ruhiger Strom. Doch was passiert, wenn das Herz der Zeit plötzlich aufhört zu schlagen? Wenn der Takt der Welt mitten im Lauf verstummt?“
[Monique deutet zur Mitte der Bühne. Das warme Werkstatt-Licht fährt sanft hoch. Der Alltag beginnt.]
Szene 1: Der Werkstatt-Alltag
[Jonas sitzt erhaben an seinem Meisterpult. Florian steht im weißen Kittel an der Werkbank. Tessa wischt hochmotiviert Staub von der großen Weltenuhr.]
Tessa (Strahlt):
„Leute, stellt euch das mal vor! Nur noch ein einziger Tag bis Heiligabend. Die Zahnräder glänzen!“
Max (Lehnt gelassen an der Wand):
„Und trotzdem stehen wir hier alle in Bereitschaft. Die Weltenuhr läuft doch eh wie von selbst.“
Florian (Professor):
„Mechanik erfordert absolute Kontrolle, Max. Wenn die Frequenz auch nur abweicht, gerät das Fest in Gefahr.“
Szene 1: Noah nervt Max
[In das fachliche Gespräch platzt Noah. Er schlurft ohne jede Regung über die Bühne, ignoriert alle Uhren, geht direkt auf Max zu und breitet schwungvoll ein Kartenspiel aus.]
Noah (Mit absolut steinerner Miene):
„Zieh mal eine Karte.“
Max (Schiebt Noahs Hand genervt weg):
„Noah, echt jetzt? Nicht schon wieder! Wir arbeiten hier!“
Jonas (Meister):
[Hebt langsam und mit großer Würde die Hand. Alle werden still.]
„Die Zeit… ruht nie.“
Szene 1: Der Stillstand der Zeit
[SOUNDEFFEKT: LAUTES, METALLISCHES KNIRSCHEN]
[Das Ticken sackt ab und stoppt komplett. Die kleine Kuckucksuhr blockiert. Totenstille.]
Tessa (Panisch):
„Die Kuckucksuhr steht! Und die Weltenuhr auch!“
Tessa (Theatralisch): „Katastrophe, Katastrophe!“
Alle (Im Chor): „…was für eine Katastrophe!“
[Joel reißt die Geige hoch und spielt laut die vier markanten Start-Töne der Addams Family: Da-Da-Da-Dam!]
[Alle auf der Bühne klatschen zweimal synchron: Klatsch! Klatsch!]
Max: „Joel! Das hilft uns jetzt nicht weiter!“
Szene 1: Der falsche Retter
Jonas (Meister, sehr ruhig):
„Wir brauchen… Magie.“
Sofort rennt ein Kind in einem riesigen „Maggi“-Flaschen-Kostüm im Eiltempo quer über die Bühne.
Florian (Professor, rauft sich die Haare):
„Nein! Nicht Maggi! MA-GIE!“
Florian:
„Felix! Luca! Holt sofort den Fluchtkoffer aus dem Archiv. Das ist unsere einzige Verbindung zum Nordpol!“
Szene 2: Das Nordpol-Portal (Fluchtkoffer)
[Felix und Luca rollen den Koffer herein. Monique lenkt die Blicke darauf.]
Felix und Luca kippen den Koffer nach vorne um. Er ist vollkommen leer! Sie stellen ihn aufrecht hin und schließen den Deckel.
[Monique macht eine magische Handbewegung. Felix öffnet den Deckel erneut.]
[EFFEKT:] Aus dem leeren Koffer klettert die Elfen-Delegation: Arthur, Emil, Noah, Tilo und Janosch! Applaus.
Szene 2: Portalwache
Florian:
„Die Rettungs-Crew ist da! Noah, bewache das Portal, lass niemanden heran!“
[Noah nickt stoisch und stellt sich völlig unbeeindruckt vor den Koffer.]
[Florian will an Noah vorbeigehen. Noahs Hand zuckt vor.]
Noah (Mit steinerner Miene):
„Zieh mal eine Karte.“
Florian (Genervt):
„Noah! Später!“
Szene 2: Der Umschlag-Trick (Teil 1)
Florian:
„Wir wissen nicht, was wir reparieren sollen. Wir brauchen die Original-Anleitung!“
Philipp (Nimmt 4 Umschläge vom Notenständer):
„Das Publikum muss mir helfen! Es gibt nur EINE richtige Anleitung, die muss am Ende bei mir bleiben!“
Philipp geht ins Publikum und lässt drei Zuschauer nacheinander Umschläge abwählen. Er öffnet sie kurz:
Philipp: „Eine Mikrowelle? Nein! Ein Fahrrad? Brauchen wir nicht! Ah, ein Toaster, genau, damit kann ich jetzt nichts anfangen!“
Szene 2: Der Umschlag-Trick (Teil 2)
[Philipp geht zurück zur Bühne. Ein Umschlag ist übrig.]
Philipp greift auf der Rückseite des Notenständers unauffällig das ECHTE Dokument ab und tut so, als ziehe er es aus dem verbliebenen Umschlag.
Philipp (Stolz): „Hier ist sie! Es steht ‚Weltenuhr‘ drauf!“
[Philipp faltet das Blatt auf und hält es einem Zuschauer in der ersten Reihe hin.]
Philipp:
„Können Sie das lesen? Das sind doch alles nur Hieroglyphen! Wir brauchen einen Code, einen Schlüssel zum Entschlüsseln!“
Szene 3: Die Entschlüsselung (ABC Rückwärts)
Florian (Professor, drängt nach vorn):
„Ein historischer Chiffre! Den Schlüssel zu dieser Matrix erhält man nur, wenn man das gesamte Alphabet rückwärts beherrscht. Und zwar fehlerfrei!“
Florian tritt an die Tafel. Das ist eine echte mnemotechnische Leistung: Er deklamiert das Alphabet rasant in 4 Rhythmus-Blöcken (Z-Y-X-W-V-U… T-S-R-Q-P-O…) und schreibt die Buchstaben simultan rückwärts an die Tafel.
Das Publikum kann am Ende von unten nach oben vorwärts „A-B-C…“ lesen und überprüfen, dass es stimmt! Applaus.
Szene 3: Der Rhythmus der Elfen
Florian:
„Das Dokument ist geknackt! Die Arbeit kann beginnen!“
Arthur (Wild mit Werkzeug gestikulierend):
„Platz da! Wir fangen schon mal an zu schrauben!“
Florian:
„Halt! Viel zu unkoordiniert! Wir brauchen einen Arbeitstakt. Joel, Geige!“
Florian und Joel spielen das Geigen-Duett. Die Elfen arbeiten nun synchron: Bei jedem musikalischen Akzent drehen sie eine Schraube ein. Zwei Elfen tanzen im Hintergrund eine rhythmische Choreografie.
Szene 3: Die Bauanleitung (Multipip Teil 1)
[Musik endet.]
Joel (Nimmt das entschlüsselte Dokument, liest vor):
„‚Wenn vorn sechs Schrauben auf dem Getriebe stehn, dann muß man genau drei Muttern hinten sehn!'“
[Joel zeigt die große Karte mit 6 Punkten.]
Max (Tritt heran):
„Joel, du hast dich verlesen. Da stehen doch ganz eindeutig nur vier Schrauben!“
Joel wendet die Karte unbemerkt. Das Publikum sieht plötzlich 4 Punkte.
Szene 3: Die Bauanleitung (Multipip Teil 2)
Max:
„…und hinten ist es auch nur ein einziger Fleck!“
[Joel dreht die Karte. Sie zeigt 1 Punkt.]
Joel (Baut sich auf):
„Dein Aug‘ scheint krank zu sein! Wenn man recht besieht, sind vorne ganz klar wieder sechs! (Zeigt 6). Und hinten zeigen sich Stückzahl drei! (Zeigt 3)„
Philipp (Mischt sich ein, drückt Joels Hand nach unten – Karte zeigt plötzlich 8 Punkte):
„Egal wie viele Schrauben es sind! Am wichtigsten ist: Wir brauchen acht Tropfen Spezial-Öl!“
Szene 3: Das Geheimnis des Taktgebers
Florian (Liest den letzten Satz der Anleitung):
„Hier steht es: ‚Die kleine Kuckucksuhr ist das Herz. Sie steuert die große Weltenuhr! Sie benötigt die exakte magische Frequenz!'“
Max:
„Und wie hoch muss diese Frequenz sein?“
Florian:
„Mika, frag das Publikum nach einer Zahl von 1 bis 100!“
[Mika läuft zum Bühnenrand. Zuschauer rufen Zahlen.]
Mika (Ruft laut ins Mikrofon):
„Halt! Ich habe es ganz genau gehört! Da hinten rief jemand die Schwingungszahl 34! Das ist unser Wert!“
Szene 3: Das Magische Quadrat (34)
Florian füllt das 16er-Gitter am Flipchart rasant mit Zahlen. Er rechnet vor: Jede Zeile, jede Spalte ergibt exakt 34!
Joel (Fasziniert): „Und die großen Diagonalen… die vier äußeren Ecken… das Zentrum… die Seitenblöcke… alles ergibt 34!“
Florian (Breitet theatralisch die Arme aus):
„Seht ihr das? Das ist wahrhaftige MAGIE!“
[Das Kind im Maggi-Kostüm läuft zur Hälfte auf die Bühne, bleibt stehen, stöhnt laut auf: „Oh nein, nicht schon wieder!“, dreht um und läuft zurück ins Off.]
Szene 3: Der Notausgang (Teil 1)
[Ein tiefes, bedrohliches Wummern ertönt im Saal.]
Joel (Panisch, greift das EXIT-Schild):
„Die Energie steigt zu schnell! Wir müssen evakuieren! Allesamt nach rechts, dem Pfeil nach!“
[Der Pfeil zeigt nach rechts.]
Florian: „Da ist eine Wand, Joel.“
Joel (Wendet das Schild unauffällig):
„Dann nach links!“ (Pfeil zeigt links)
Max: „Da geht’s zum Chemiepult. Willst du uns in die Luft jagen?“
Joel: „Dann eben Rettung nach oben!“ (Pfeil zeigt hoch)
Tessa: „Wir haben keine Flügel!“
Szene 3: Das falsche Portal
Joel (Dreht Schild wild im Kreis):
„Jetzt zeigt es nach unten! Sollen wir uns eingraben? Wartet… jetzt zeigt der Pfeil direkt auf meine Brust! Soll ich in mich selbst fliehen?!“
Florian:
„Joel, leg das weg! Die Pfeile lenken die Energie um! Du öffnest ein…“
[Lautes Grollen. Licht flackert. Zeit-Kobolde stürmen herein.]
Tessa: „Katastrophe, Katastrophe!“
Alle: „…was für eine Katastrophe!“
[Joel reißt die Geige hoch und spielt laut die vier Start-Töne der Addams Family: Da-Da-Da-Dam!]
[Alle auf der Bühne klatschen zweimal synchron: Klatsch! Klatsch!]
Ende Akt 1: Die Musikebene
[ABRUPTER BRUCH: Das Werkstatt-Licht erlischt. Die Bühne taucht in ein kühles Blau. Das Schauspiel friert sofort ein.]
Die Band steigt nahtlos auf Joels Töne ein und übernimmt vollständig. Sie spielen den Titel voll aus. Die hereingestürmten Zeit-Kobolde erstarren durch die Schwingung der Musik, fangen an, roboterhaft im Takt zu tanzen und bewegen sich langsam und synchron rückwärts wieder in das Portal zurück.
— VORHANG / PAUSE —
Pause
Die perfekte Pause: 20 Minuten
Für eine Aufführung mit Kindern und Familienpublikum sind 20 Minuten meiner Meinung nach das absolute Optimum.
- Für das Publikum:
Es reicht exakt für einen Toilettengang, das Beine-Vertreten und vielleicht ein Getränk oder eine Brezel. Ist die Pause kürzer (z.B. 10 Minuten), wird es hektisch und die Leute sitzen noch nicht wieder, wenn es weitergeht. Ist sie länger (30 Minuten), fällt die Spannungskurve ab und die Kinder im Publikum werden unruhig. - Für die Regie und die Kinder hinter der Bühne:
Diese 20 Minuten sind Gold wert! Wir können in Ruhe den Koffer abräumen, das Chemiepult für Lars vorbereiten, die Seile für Felix bereitlegen und die Ballon-Nummer vorbereiten. Die Kinder können etwas trinken, tief durchatmen und sich neu fokussieren.
2. Akt
(Der wird immer erst später angepasst, nicht bei jedem Update, hier also etwas geduld, wir arbeiten erst den 1. Akt aus ,-))
ca. 25 bis 30 Minuten
Der zweite Akt ist kompakter und zieht das Tempo deutlich an, was dramaturgisch absolut wichitg für mich ist. Die Spannung steigt stetig bis zum großen Finale.
- Hier geht es Schlag auf Schlag: Röhre, Öl, Seile, Ballon, Gewichte.
- Der Ballon-Wurf ins Publikum lockert das Ganze kurz auf, bevor Mikas Herzschlag-Finale die volle Konzentration und das Mitklatschen des Publikums fordert.
Die magische Uhrmacherwerkstatt
Nach der Pause: Die große Reparatur
Produktion & Regie: Gottfried Kern
Hinweis: Dies ist der zweite Teil. Er beginnt unmittelbar nach der Pause.
Szene 4: Das Portal ist zu
[Das Licht geht wieder an. Das kühle Blau ist verschwunden, die Werkstatt leuchtet wieder warm. Die Musik ist verklungen, die Zeit-Kobolde sind durch das Portal verschwunden.]
Florian (Professor, wischt sich über die Stirn):
„Puh! Das Portal ist wieder sicher verschlossen! Gut gemacht, Band!“
Florian:
„Aber wir dürfen keine Sekunde verlieren. Die Kuckucksuhr steht immer noch. Lars, misch sofort die entschlüsselten acht Tropfen Spezial-Öl an!“
[Lars hantiert souverän am Chemiepult mit rauchenden, bunten Flüssigkeiten.]
Szene 4: Das fehlende Werkzeug
Max (Prüft das Gehäuse der Kuckucksuhr):
„Das Spezial-Öl nützt uns nichts, Florian. Das Gehäuse ist fest verriegelt. Wir brauchen zwingend einen 12er Schraubenschlüssel, sonst kommen wir da nicht ran.“
Arthur (Der Elf sucht hektisch):
„Ich habe keinen! Tilo, Emil, habt ihr einen?“ (Beide schütteln stumm den Kopf)
Lars tritt seelenruhig vom Chemiepult nach vorne. Er hält eine glänzende, offene Röhre hoch, blickt hindurch und demonstriert dem Publikum, dass sie absolut leer ist. Er stellt sie ab, macht eine fließende magische Handbewegung, greift tief hinein… und zieht triumphierend einen echten, schweren Schraubenschlüssel heraus!
Max (Klopft Lars anerkennend auf die Schulter):
„Gute Arbeit, Lars.“
Szene 4: Das fehlende Zahnrad
Florian:
„Das Gehäuse ist offen! Aber seht euch das an… das Hauptzahnrad ist bei dem Stillstand in Stücke zersprungen! Wir haben keine Ersatzteile mehr!“
Philipp (Tritt selbstbewusst vor):
„Keine Panik. Wozu haben wir denn Magie gelernt?“
Philipp nimmt die defekten Kleinteile (oder zeigt ein optisches Kunststück zur Restauration). Mit einer eleganten Bewegung macht er die Teile unversehrt – oder zaubert blitzschnell ein komplett neues, funkelndes Zahnrad aus dem Nichts herbei. Er überreicht es Emil, der es in die Uhr einsetzt.
Florian:
„Hervorragend, Philipp!“
Szene 4: Das Notfall-Öl (Noah)
Florian:
„Die Mechanik ist gerichtet. Jetzt brauchen wir nur noch das hochkonzentrierte Feinöl aus dem Portal-Koffer. Noah, gib sofort die Requisite frei!“
[Noah steht stur und unbeweglich vor dem Koffer. Als Florian herantritt, fängt Noah ihn sofort ab und schiebt ihm aufdringlich seine Karten entgegen.]
Noah (Blickt Florian extrem ernst an):
„Zieh mal eine Karte.“
Florian (Seufzt tief und genervt):
„Noah! Das ist jetzt wirklich nicht der richtige Zeitpunkt!“
Szene 4: Janoschs großer Moment
[Während Noah und Florian über den Kartentrick diskutieren, nutzt der 6-jährige Janosch geschickt die Ablenkung. Er duckt sich flink unter Noahs Arm hindurch und öffnet den Koffer.]
[Janosch nimmt ganz behutsam eine winzige, edel glänzende Ölkanne heraus. Völlig unbeeindruckt von der Diskussion marschiert er stolz über die Bühne und bringt die Kanne direkt zu Jonas an das Meisterpult.]
[Monique (Regie/Archivarin) steht am Rand und nickt Janosch mit einem warmen, lobenden Lächeln zu.]
Szene 5: Die Antriebsseile (Felix)
Florian:
„Das Öl ist am Werk. Aber schaut euch das an: Die drei Antriebsseile der Kuckucksuhr haben sich total verzogen! Eins ist kurz, eins ist mittel, eins ist lang! So entsteht doch kein gleichmäßiger Zug!“
Tessa (Verschränkt die Arme, blickt traurig):
„Das wird niemals klappen.“
Felix tritt souverän nach vorne. Er nimmt die drei völlig ungleichen Seile auf und zeigt sie dem Publikum deutlich (kurz, mittel, lang). Er sammelt die Enden zusammen, streift mit der Hand darüber… und zieht sie auseinander: Alle drei Seile sind plötzlich auf den Millimeter exakt gleich lang! Felix reicht sie Tilo, der sie flink in das Uhrwerk einhängt.
Szene 5: Die magische Startzeit
Florian:
„Die Seile hängen perfekt! Aber die Kuckucksuhr braucht einen exakten, vom Schicksal bestimmten Startwert, um den Impuls an die große Weltenuhr zu übertragen!“
[Ein großer, bunter Ballon wird in den Zuschauerraum geworfen. Die Musik baut Spannung auf.]
[Vier Zuschauer fangen den Ballon nacheinander und rufen je eine Ziffer zu. Die Ziffern ergeben zusammengesetzt eine völlig freie Uhrzeit (z.B. 1, 3, 4, 9 -> 13:49 Uhr).]
Florian:
„13:49 Uhr! Das Schicksal hat gesprochen! Felix, stell das Laufwerk exakt auf diesen Wert!“
[Felix dreht an der Requisiten-Kuckucksuhr. Es macht hörbar ‚Klick‘.]
Szene 5: Die Uhr in der Tüte
Max:
„Aber woher wissen wir, dass 13:49 Uhr wirklich die magische Schicksalszeit ist? Das war doch reiner Zufall.“
Felix:
„In der Magie gibt es keinen Zufall. Erinnert ihr euch an diese Tüte hier, die schon den ganzen Abend dort auf dem Tisch stand?“
Felix greift in die schlichte Papiertüte und holt eine große, analoge Küchenuhr hervor. Er zeigt sie dem Publikum: Die Zeiger stehen unmissverständlich und exakt auf 13:49 Uhr! Er dreht sie um: Dem Uhrwerk fehlt sogar die Batterie. Felix reicht die Uhr dem Zuschauer aus der ersten Reihe als Geschenk und Beweis.
Szene 5: Die schweren Gewichte
Florian:
„Die Zeitkoordinaten stimmen! Aber die Seile hängen noch schlaff herunter. Uns fehlen die schweren Endgewichte, um das Pendel endlich in Schwung zu bringen!“
Luca tritt mit einem herzlichen Lächeln nach vorne. Er beginnt, scheinbar schwerelos glänzende Bälle zwischen seinen Fingern zu manipulieren. Die Bälle scheinen sich zu vermehren und massiver zu werden. Mit einer kraftvollen Geste verwandelt er sie optisch in die schweren, zapfenförmigen Uhrgewichte, die er an Tilo zum Einhängen übergibt.
Szene 5: Der kritische Moment
[Alles ist montiert. Die Gewichte sind eingehängt. Alle Kinder treten einen Schritt zurück und starren gebannt auf die kleine Kuckucksuhr.]
[Die Uhr macht: Klack… Klack… Klack… und bleibt mit einem dumpfen, ächzenden Ton wieder vollkommen stehen. Nichts bewegt sich. Totenstille auf der Bühne.]
Tessa (Vollkommen enttäuscht, senkt den Kopf):
„Wieder stehen geblieben. Katastrophe, Katastrophe!“
Alle (Rufen sehr deprimiert):
„…was für eine Katastrophe!“
[Joel reißt im Reflex panisch die Geige hoch und will gerade zum schrägen Akkord ansetzen…]
Szene 5: Der Puls der Zeit
Florian (Springt dazwischen und drückt Joels Geigenbogen nach unten):
„Halt! Keine schrägen Töne mehr, Joel! Die Mechanik ist perfekt. Die Gewichte, die Seile… alles stimmt. Es ist wie bei einer medizinischen Wiederbelebung… der Uhr fehlt schlichtweg der Herzschlag! Mika… gib ihr den Puls!“
Mika sitzt hochkonzentriert hinter seinem Schlagzeug. Er holt tief Luft und beginnt ganz langsam, mit maximaler Wucht auf der Bassdrum einen tiefen, dumpfen Rhythmus zu schlagen: Bumm… Bumm… Bumm…
Monique tritt leicht nach vorne und nimmt das Publikum mit auf: Alle Kinder auf der Bühne und das gesamte Publikum klatschen im Takt der Bassdrum. Der Rhythmus wird lauter, fester und nimmt den Saal ein.
Szene 5: Die Meister-Leistung
[Das Mitklatschen erreicht den Höhepunkt.]
[SOUNDEFFEKT: EIN GIGANTISCHES, STETIGES TICKEN SETZT EIN]
[Das Pendel der Kuckucksuhr schlägt wild aus. Die Kurbel im Hintergrund beginnt sich rasant zu drehen. Die großen Zeiger der Weltenuhr setzen sich majestätisch in Bewegung. Die Zeit läuft wieder!]
Tessa (Springt jubelnd in die Luft):
„Das ist absolut keine Katastrophe! Das ist eine…“
Alle Kinder & Elfen (Schreien voller Stolz):
„…MEISTER-LEISTUNG!“
[Joel reißt die Geige hoch und spielt einen fulminanten, triumphierenden Dur-Schlussakkord! Jonas (Meister) erhebt sich, blickt stolz in die Runde und nickt Mika anerkennend zu. Alle Kinder verbeugen sich. Das Licht blendet langsam ab. Vorhang!]
Gesamtdauer des Abends:
Mit einer kurzen Begrüßung vorab, dem 1. Akt (40 Min), der Pause (20 Min), dem 2. Akt (30 Min) und der abschließenden Verbeugung plus Applaus landen wir bei einem herrlich runden und kurzweiligen Gesamterlebnis von ca. 1 Stunde und 35 Minuten.